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November-Aktion
UMTS-Umfrage in Nesselwang:
Die Bürgerwerkstätte Mobilfunk will es wissen:
Wieviele Nesselwanger möchten UMTS tatsächlich nutzen und nehmen dafür eine höhere Strahlenbelastung in Kauf und wieviele nicht?
Mit einem Faltblatt an alle Haushalte soll nun der tatsächliche Bedarf ermittelt werden. Die Bürger werden gebeten, in einem anonymen Fragebogen ihre Meinung kundzugeben. Die Fragen sind so gestaltet, dass alle in einem Haushalt lebenden Personen mit ihrer individuellen Meinung berücksichtigt werden können.
Die ausgefüllten Fragebogen können in der Zeit vom
19.11.2009 bis 2.12.2009
in die bereitgestellten Behälter
in der Kurapotheke, Lindenapotheke und im Kindergarten,
bzw. in den Briefkasten neben dem Haupteingang des Rathauses
eingeworfen werden.
Anlass für die Umfrage ist die Ankündigung von T-Mobile, den Fernmeldeturm in der Poststraße mit UMTS aufzurüsten. Laut Umweltpakt verpflichten sich die Betreiber "freiwillig", in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Altersheimen und Krankenhäusern keine Sendeanlagen zu errichten. Der Fernmeldeturm steht unmittelbar neben der Schule und ganz in der Nähe von Kindergarten und Altersheim.
Einige weiterführende Informationen dazu:
Was ist UMTS
Wer gegenwärtig mit dem Handy telefoniert oder eine SMS verschickt, tut dies in der Regel mit dem GSM-Standard. UMTS (Universal Mobile Telecommunications Systems) ist die technische Weiterentwicklung und wird als die 3G, d.h. die 3. Mobilfunkgeneration bezeichnet. UMTS benutzt als Trägerfrequenz 2110 bis 2170 MHz. Sie ist ähnlich dem E-Netz mit 1805-1880 MHz und gut doppelt so hoch wie die D-Netze mit 935-960 MHz. Ursprünglich wurde UMTS für Unternehmen (z.B. Versicherungen) entwickelt, welche sich aber aus Sicherheitsgründen (Abhör-sicherheit) der leitungsgebundenen Übertragung (Glasfaser) zuwandten. Aufgrund der hohen Lizenzgebühren sind die Betreiber gezwungen, nun verstärkt neue Kundenkreise und Geschäftsfelder zu erschließen. Hauptzielgruppe sind nun Kinder und Jugendliche.
„UMTS ist nicht dafür vorgesehen, den GSM-Mobilfunk zu ersetzen, sondern zu ergänzen,“ dies erklärt die Bundesregierung in der BT-Drucksache 15/5415 v. 29.4.2005. Der UMTS-Ausbau erfolgt nicht zur Erfüllung irgendwelcher Lizenzverpflichtungen oder eines flächendeckenden Versorgungsauftrags, wie die Be-treiber gerne suggerieren, denn laut Bundesregierung ist die Lizenzverpflichtung seit Anfang 2005 mit 33.400 UMTS-Basisstationen an 22.900 Standorten erfüllt. Die Ausbaupläne der Betreiber richten sich nicht auf schlecht versorgte Straßenzüge, sondern vielmehr sollen mit neuen Anwendungen, Datendiensten und Angeboten neue Umsätze generiert werden, um wegbrechende Einnahmen bei den Sprachdiensten ausgleichen und Überkapazitäten in den Mobilfunknetzen gewinnbringend nutzen zu können.
Um eine vollständige UMTS-Netzabdeckung zu erhalten und UMTS technikgerecht und in vollem Umfang nutzen zu können, sind Antennenstandorte im Abstand von 400 bis 500 m notwendig.
UMTS wurde im Nesselwanger Mobilfunk-Minimierungskonzept als Basisversorgung berücksichtigt: "Eine UMTS-Versorgung von der Mittelstation aus ist für eine begrenzte Anzahl qualitativ guter Datenverbindungen geeignet, z.B. für den Architekten, der auf der Baustelle per UMTS eine Bauzeichnung aus seinem Büro holt oder den Wartungstechniker, der beim Kunden Schaltpläne und Gerätedokumentation per UMTS beschafft, ebenso wie die Anbindung der LKW-Flotte eines Spediteurs ans Firmennetzwerk (sogenannte professionelle Nutzung)." Dr. Niessen, EMF-Institut Köln.
Was bietet uns diese Technik?
„Kein Mensch weiß, was UMTS wirklich ist. Kaum einer begreift, was uns Konsumentinnen und Konsumenten die neue Handygeneration bringen soll. Eins ist sicher: Es braucht neue Antennen“.
Aus der Sendung „Kassensturz“ des SF1 am 20. Mai 2003.
Die UMTS-Technik verspricht vor allem schnelle Datenübertragungsraten. Sie bietet mobiles Internet, Musik- und Filmdownloads, Video-Telefonie oder Handy-TV vorausgesetzt, Sie besitzen ein UMTS-Handy. Weitere Anwendungsmöglich-keiten sind u.a. Datenaustausch, Virtual Private Network, Produktionsüberwachung, Außendienstanbindung und dezentrale Arbeitsplätze im gewerblichen Bereich.
Laut einer Umfrage der Stadt Attendorn 2005 kann UMTS lediglich 3 % der Firmen die gewünschten Datenübertragungsraten liefern. Die Leistung reduziert sich des weiteren proportional zu jedem zusätzlich eingewählten Nutzer.
Erwähnt werden muss, dass damit allen Jugendlichen der unkontrollierte Zugang zu Internetdiensten, wie z.B. Gewaltvideos, Pornos etc., erschlossen wird.
Was bedeutet UMTS für uns?
Vielleicht sollten wir uns dazu ein paar Fragen stellen:
- Will ich beim Spazierengehen im Internet surfen?
- Will ich unterwegs Filme oder Musik downloaden?
- Will ich Sportveranstaltungen z.B. Fußballspiele auf dem Handy anschauen (zuhause geht der Trend zu immer größeren Fernsehbildschirmen)?
- Bin ich bereit, wesentlich höhere Kosten zu zahlen?
In der Beurteilung der Attendorner Umfrage heißt es:
„UMTS spielt im alltäglichen Leben kaum eine Rolle, weil die neue Mobilfunkgeneration keinen Mehrnutzen liefern kann, der nicht auch über das bisherige GSM-Mobilfunknetz oder mit Hilfe anderer Übertragungsmöglichkeiten geschaffen werden könnte.“
Welche Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind zu erwarten?
In den letzten 10 Jahren wurde das GSM-Netz für das mobile Telefonieren flächendeckend ausgebaut. Diese Basisstationen stellen bereits jetzt eine erhebliche Strahlenbelastung für den menschlichen Organismus dar. Die UMTS-Technik würde diese Belastung immens erhöhen. Wissenschaftler aus aller Welt warnen eindringlich vor den Folgen dieses Strahlencocktails auf unser biologisches System:
„Die neuen UMTS-Antennen werden die Strahlenbelastung flächendeckend erhöhen, sagt Jürg Baumann vom BUWAL. Schon bei der heutigen Belastung klagen Tausende über Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, oder sogar Ohrensausen.“
Sendung „Kassensturz“ des SF1 20.05.2003.
„Die Schädigungen, die von radioaktiver Strahlung ausgehen, sind identisch mit den Auswirkungen von elekromagnetischen Wellen. Die Schädigungen sind so ähnlich, dass man sie nur schwer unterscheiden kann.“
Prof.Dr. Heyo Eckel, Radiologe, Univ.Göttingen, stellv.Vorsitzender des Ausschusses Gesundheit und Umwelt der Bundesärztekammer
„UMTS-Signale scheinen auf Basis der Niederländischen Untersuchung eine höhere biologische Antwort auszulösen als GSM-Signale.“
Dr. Gerd Oberfeld, Landessanitätsdirektion Salzburg
„Mobilfunkwellen bringen die Gehirnströme aus dem Lot. Wir fanden nach nur 20-40 Sekunden Einwirkung außergewöhnlich langsame Gehirnwellen, die lange über die Expositionszeit hinaus anhielten. Bei Kindern war der Effekt noch deutlicher als bei Erwachsenen.“
Prof. Dr. A.V. Kramarenko, Charkow 2003
„Die Strahlungswerte der Mobilfunknetze liegen zwar unter den Grenzwerten, aber diese Grenzwerte orientieren sich nicht an der Gesundheit.“
Prof. Dr.-Ing. Günter Käs, Bundeswehruniversität
„Beeinträchtigungen des Immunsystems sind vielfach nachgewiesen. Es ist nicht aus zu schließen, dass Mobilfunkfelder Krebs fördernde Wirkung haben, also dass Krebs sich im Einfluss der Felder schneller entwickelt und fataler verläuft als nor-malerweise. Es wurde nachgewiesen, dass vermehrt Stresshormone ausge-schüttet werden mit allen Konsequenzen, die das haben kann. Es gibt Störungen vieler Zellfunktionen, das besonders bedenklich stimmt. Die Auswirkung, die das alles auf den Organismus hat, können wir noch gar nicht abschätzen.“
Ecolog-Institut, Dr. H.P. Neitzke, umfangreichste Risikobewertung weltweiter Forschungsergebnisse im Telekom-Auftrag, „Plusminus“ (Mai 2001)
Was können wir tun?
Um Nesselwang vor weiterer Strahlenbelastung zu bewahren, sind wir auf das verantwortungsvolle Handeln aller Bürger angewiesen.
Deswegen:
- gehen Sie kritisch mit der Mobilfunktechnik um
- stellen Sie für den Antennenausbau keine Flächen oder Dächer zur Verfügung, ohne vorher Rücksprache mit der Kommune zu halten
- nutzen Sie, wann immer möglich, das Festnetztelefon und drahtgebundene Verbindungen
zu Ihrem Schutz und zum Schutz unserer Kinder!
Das Informationsblatt als PDF und der Fragebogen
Weitere Informationen erhalten Sie bei www.diagnose-funk.org, www.attendorn.de, www.der-mast-muss-weg.de, www.mobilfunk-lindlar.de.
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