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T-Mobile montiert UMTS-Anlage in Nesselwang

Nun ist doch passiert, wogegen Nesselwang sich mit aller Macht gewehrt hat: Am Montag Morgen um halb neun Uhr meldeten aufmerksame Nachbarn, dass ein Autokran auf dem Gelände der Telekom vorgefahren sei und mit Arbeiten am Fernmeldeturm begonnen wurde. Fassungslos und entrüstet liefen Mobilfunk-Kritiker spontan zusammen, um gegen die Aufrüstung zu protestieren.

Es ist immer wieder erschreckend und frustrierend, wie leichtfertig sich die Mobilfunkbetreiber über den Wunsch der Kommunen und Bürger hinwegsetzen. Eine Umfrage im November 2009 in Nesselwang hat eindeutig ergeben, dass eine Aufrüstung mit UMTS im Ortskern nicht gewünscht wird. Dies wurde der Telekom von der Gemeinde mehrfach und mit Nachdruck mitgeteilt. Auch im Umweltpakt verpflichten sich die Betreiber, freiwillig auf sensible Standorte wie z.B. Schule und Kindergarten Rücksicht zu nehmen und vorrangig auf andere Standorte auszuweichen. Der Fernmeldeturm in Nesselwang steht direkt neben der Schule und ganz in der Nähe des Kindergartens. Aber auch darauf nahmen die Betreiber keine Rücksicht. "Der Umweltpakt mit der "freiwilligen Selbstverpflichtung" ist ein völlig unzureichendes Instrument, das den Kommunen ein scheinbares Mitspracherecht vorgaukelt, den Betreibern "weiße Westen" bescheinigt, weil es nach Rücksichtnahme und Kooperation klingt, und den Kommunen tatsächlich überhaupt keine Handhabe einräumt!", so die 2. Sprecherin der Bürgerwerkstätte Mobilfunk Johanna Tanner. Auch Bürgermeister Franz Erhart hat sich mit einem Schreiben an den Bayerischen Gemeindetag gewandt und den Bruch des Mobilfunkpaktes angezeigt. Der Bayerische Gemeindetag, der u.a. den Mobilfunkpakt mit den Betreibern unterschrieben hat, soll darüber informiert werden, dass die Vereinbarung von den Betreibern nicht in der gewünschten Weise eingehalten wird.

Dass die Notwendigkeit einer Aufrüstung bestehen mag, das bestreitet nicht einmal die Bürgerwerkstätte Mobilfunk. Nesselwang hat (wie andere Kommunen auch) mit großem Aufwand ein unabhängiges Mobilfunk-Konzept erstellen lassen, in dem geeignete Standorte ausgewiesen werden. Die Berechnungen ergeben klar, dass eine Versorgung vom Berg aus sehr gut möglich ist und die Belastung für die Bewohner im Ort deutlich geringer gehalten werden kann. Dass es funktioniert, beweist Vodafone, die ihre Anlage von der Mittelstation aus betreibt. Die Belastung, so zeigt es die technische Auswertung der Messergebnisse, ist wesentlich gleichmäßiger und niedriger als die von D1.

Mit Spruchbändern und Kreuzen demonstrierten die Kritiker gegen das undemokratische und rücksichtslose Handeln von T-Mobile. Die Kreuze wurden vor dem Fernmeldeturm aufgestellt und sollen daran erinnern, dass der Bürgerwille hier mit Füßen getreten wird.

Quelle: Pressemitteilung der Bürgerwerkstätte Mobilfunk

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